Dienstag, 9. Januar 2018

tell a story! meine stadt

durch liebe mitbloggerinnen bin ich auf ein neues, spannendes fotoprojekt bei frühstück bei emma gestossen.
ganz ehrlich? ich kannte emma bisher noch gar nicht! ich werde das nachholen und mich bei ihr einlesen! aber ich bin jetzt einfach mal so frei und steige gleich in ihr projekt ein.

jeden dienstag gibt sie ein thema vor, zu dem man ein (archiv-)bild und eine kurze oder auch längere geschichte posten kann. das tönt spannend, lustvoll und doch mit kleinen herausforderungen.
im januar zum beispiel wird es bei emma ein wenig persönlich. bisher habe ich es eher vermieden, meine ganz persönlichen daten hier preiszugeben. muss ja nicht gleich jeder wissen, wer ich bin. aber ich vermute, wer hier schon etwas länger mitliest und sich in der gegend ein wenig auskennt, weiss längst wo ich wohne.

also springe ich heute ein wenig über meinen schatten und mache es öffentlich: ich lebe gar nicht in der stadt (und ich habe auch keine lieblingsstadt, die ich hier vorstellen könnte) sondern in einem 3800-seelen-dorf, in erstfeld im kanton uri.
der ort liegt im urner reusstal und ist mehr oder weniger umgeben von steilen bergflanken. für etwas weitsicht muss man irgendwo hochsteigen, oder man nimmt, wie ich hier, die seilbahn.


früher war erstfeld ein eisenbahnerdorf und ein bauerndorf. da verlief die grenze in den köpfen der menschen. bauern und 'isäbähnler' hatten wenig gemeinsam. mittlerweile gibt es weniger bauern und die sbb haben die lokführer längst anderswo stationiert. und seit der eröffnung des neat-eisenbahntunnels, der nördlich vom dorf beginnt, befinden wir uns, was den öffentlichen verkehr betrifft auf dem abstellgleis.
 auf dem bild ist auch wunderbar  zu sehen, wie die autobahn das urner reusstal durchschneidet.

ihr fragt euch nun vielleicht, wie ums himmels willen frau dazu kommt, hier zu leben. ganz einfach; ich habe es nie geschafft, wegzukommen. (aber das erzähle ich jetzt nicht alles, das gäbe sonst mehr als eine geschichte)

so wirklich verbunden fühlte ich mich mit dem dorf eigentlich noch nie. ich bin auf einem bergheimet, das nur mit einer seilbahn, einer wie der auf dem bild, nur in grün statt in rot, erschlossen war, aufgewachsen. da war es schwierig, im dorf wurzeln zu fassen.

nach wie vor denke ich, ich könnte genauso gut auch woanders leben. vielleicht in einer richtigen stadt, zum beispiel in luzern oder in bern... skandinavien hätte auch ein paar städte nach meinem geschmack.... oder irgendwo, ganz abgelegen

andererseits kann ich auch gut weiterhin hier leben; herr mo ist meinetwegen hierher gezogen, wir haben seit 4 jahren unser langersehntes häuschen mit garten, der kanton uri bietet viele wandermöglichkeiten und ein breites kulturelles angebot. trotzdem ist man schnell irgendwo anders. im tessin, in luzern, in zürich...
doch, doch, auch ohne wurzeln lässt es sich hier ganz gut leben!

lust auf weitere storys zum thema ,meine stadt? oder lust, eine eigene story zu schreiben? dann hüpft doch mal rüber zu emma!


herzlich,

mo

Kommentare:

  1. ...jetzt habe ich erstmal geschaut, liebe Monika,
    wo dein Dorf genau liegt...ich kenne die Schweiz ja nur vom Durchfahren und ein paar Pilgerwegen...und von deinen Bildern hier...schön ist es bei euch...freut mich, dass du auch mit machst und ich so noch ein bisschen mehr von dir und deinem schönen Landstrich erfahren kann,

    liebe Grüße Birgitt

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  2. Dass Frau Mo auch zu den Minderbewurzelten gehört, wie ich selbst, hat mich jetzt echt überrascht ( oder bin ich wieder auf eines meiner Schweiz-Vorurteile hereingefallen? ) War dein Zuhause auch nur mit so einem Bähnli zu erreichen, dass einer von unten aus dem Tal mit dem Fernglas guckend bis zur Aussteigeplattform gesteuert hat? So eines habe ich mal im Mattertal benutzen müssen ( Würd ich nie wieder tun.) Du siehst, die Schweiz ist auch irgendwie abenteuerlich für mich. Aber zu schön! Dein Tal auch. Aber deine Alternativen sind auch toll. Und Familie hätte ich da auch...
    Schön, dass du mitgemacht hast!
    Gute Nacht!
    Astrid

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    1. minderbewurzelt?! das find ich schön und es passt! ich denke, dass dieses gefühl bei mir mehr mit meiner geschichte zu tun hat, mit freiheitsdrang und unabhängikeitsbestreben als mit meiner nationalität. wenn ich so darüber nachdenke; das gäbe auch ein paar storys!
      das bähnli wurde von der bergstation aus bedient. wir kinder haben schon recht früh gelernt, es zu bedienen und mussten dann jeweils 'seilen' wenn jemand rauf oder runter wollte. das fand niemand von uns besonders interessant und wir haben uns jeweils darum gestritten, wer nun wieder dran ist. ein fernglas lag auch immer bereit, das brauchte man zum beispiel um bei föhn zu schauen, ob man es noch verantworten kann, zu fahren. aber weil ja immer eine gondel hoch und eine runter fährt, sah man die einfahrende rechtzeitig und konnte mit abbremsen beginnen. heute ist die bahn vollelektronisch gesteuert, kann mit einem schlüssel auch von unten gestartet werden und schaltet sich bei starkem wind selber aus.

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  3. Liebe Monika, ich freue mich gerade sehr, dass ich dank Dir die tolle Blogparade entdeckt habe. Da werde ich sicher auch ab und zu mitmachen. Und es ist schön, über dich noch etwas mehr zu erfahren. Das macht Dich noch sympathischer als Du mir eh schon bist. :-)
    Liebe Grüsse Paula

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    1. schön, liebe paula, dass du auch dabei bist! ich bin schon gespannt, welche geschichten du so zu erzählen hast! und; danke für die blumen! ich bin grad ein wenig rot geworden ;-)

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  4. alle können ja nicht in der stadt leben. du wohnst in einer ecke der schweiz die ich wirklich nur vom durchfahren kenne. es liegt für uns halt nicht "am wäg". alles was östlich von luzern ist kenne ich mehr oder weniger nur vom vorbei fahren. in den letzten jahren haben wir aber dann das toggenburg kennen gelernt und wenn ich dann auf dem chäserrugg oder dem säntis stehe und über die vielen gipfel schaue dann gluschtet es mich halt schon, mal diese ecken (ob-, nidwalden und uri) näher kennen zu lernen. vor allem wenn ich das dann noch mit so netten menschen wie dich oder auch "paulas haus" in verbindung bringe. irgendwann... irgendwann schaff ich so eine tour de suisse! ♥lichst, marika

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    1. liebe marika, das freut mich natürlich, wenn ich dich ein wenig für die zentralschweiz gluschtig machen kann! wenn du dann mal in der nähe bist, musst du dich unbedingt melden! vielleicht gibt es ja dann ein kleines bloggertreffen.

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  5. Spannender Einblick, frau mo!
    Ja, auch unverwurzelt lässt sichs gut wo leben.

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  6. Manchmal hat es durchaus Vorteile auf dem Abstellgleis zu wohnen. Ich bin ja der Meinung, dass Stadtmenschen niemals abgelegen wohnen können oder umgekehrt. Stimmt es, dass im Winter die Sonne nicht ins Dorf scheint? Hat mir Emilie L. erzählt die kan von Erstfeld.
    L G Pia

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    1. nein, nein, so stimmt das nicht! da hat die verehrte emilie l. wohl etwas nicht so richtig rübergebracht. es gibt schon die eine und andere ecke, wo die sonne im winter gar nicht hin kommt. aber das ist dann meistens so abgelegen, dass da im winter auch niemand wohnt. da wo ich wohne scheint sie in der kürzesten zeit so von 10.00 bis 13.30. es gibt aber auch quartiere, da scheint sie noch weniger lange. das ist natürlich schon nicht so lange wie andernorts, aber ich tröste mich dann amigs damit, dass wir dafür auch selten nebel haben...

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  7. ich weiß was du meinst... denn wenn so ein Städchen sehr klein ist, haben es die Leute von außen (bei mir war es nur 2 Dörfer weiter) gar nicht so leicht Fuss zu fassen. Denn vieles ist ziemlich eingespielt. Bei mir im Schwarzwald war es die Faschingszeit. Da hatte kein Zugereister oder von außen ne Chance.. doof eigentlich. Aber danke für deine Geschichte... und ja auch ohne wurzeln gehts <3 liebst Emma

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  8. Spannende Einblicke, Erstfeld kannte ich bislang nur aus den Schweizer Verkehrsnachrichten ;-)
    Manchmal erfährt man erst, dass man Wurzeln ausgeschlagen hat, wenn man überlegt, vielleicht umzuziehen...
    Liebe Grüße
    Andrea

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Danke fürs Vorbeischauen auf meinem Blog! Ich freue mich sehr über deinen Kommentar!

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