Sonntag, 20. Mai 2018

lust auf einen spaziergang?

ja?
dann nehme ich euch doch wieder mal mit ins Reussdelta!

da haben wir in letzter zeit öfter eine hunderunde gedreht. wer sich dort auskennt wird sich über die bilderreihenfolge vielleicht etwas wundern. die fotos sind an verschiedenen abenden auf verschiedenen rundwegen entstanden.

seit layanas unfall hat sich das reussdelta als ideal für das ganze rudel erwiesen. besonders bei dem eher durchzogenen wetter in letzter zeit. da begegnen wir nämlich nur ab und zu ein paar anderen spaziergängern oder velofahrern. die scharen kommen dann wieder, wenn die sonne scheint.


 so kann die blinde madam gefahrlos die gegend erschnüffeln



 der kumpel mössiö emil hält derweil gern nach enten ausschau



diese hat er aber nicht entdeckt




und wir zweibeiner haben eine riesenfreude daran, dass layana auch ohne etwas zu sehen eine riesenfreude daran hat, hölzchen, äh, baumstämme aus dem see zu fischen.



aber auch die wechselnden stimmungen vermögen uns immer wieder zu begeistern



habt ihr's  gesehen?



die gelbe schwertlilie beginnt zu blühen!



während die blaue bereits in voller pracht steht!



auch das wollgras hat seine schöpfchen entfaltet. da kann ich aber nicht so nahe ran. wir sind ja im naturschutzgebiet und da bleiben wir natürlich brav auf den wegen!



und hier! ist sie nicht traumhaft schön, die wildblumenwiese?



emil interessiert sich nicht für die blümchen!



diesmal hat er sie entdeckt! nein, die werden nicht gejagt, mössiö!



komm! wir sind schon fast am ende unserer runde angelangt!

 
herzlich,

mo




Samstag, 12. Mai 2018

12 am 12. mai 2018

die kaffeetasse ist bereits halb leer, als mir einfällt, dass ja heute schon wieder der 12. des monats ist.

da zeige ich doch lieber den zopf. der ist etwas dekorativer als die angetrunkene tasse.
griselda hat sich ziemlich ins zeug gelegt! sie schafft den zopf locker ohne hefe.

herr mo muss am morgen zur arbeit.
da erledige ich mal das eine und andere im haushalt

sag, dass das nicht wahr ist, herr mo!?!?
es ist wahr!

die hunde ins auto verfrachten (und den passenden schuh!)
wir machen heute eine kleine wanderung!

zuerst holen wir herr mo bei der arbeit ab.
nein, das ist natürlich nicht herr mo, der sich von einem prinzen in einen frosch verwandelt hat!
das ist eine gelbbauchunke. die sind in der schweiz stark gefährdet. bei herr mo auf dem bauernhof finden sie in den suhlen der wollschweine einen idealen lebensraum.

nun aber los!
die fahrt geht wieder einmal richtung zugerberg.

ein ort, an den es uns immer wieder zieht

es zeigt sich, dass die wege hier ideal für unsere blinde layana sind.
kaum hindernisse oder abgründe. so kann sie laufen ohne, dass wir sie andauernd warnen müssen.

und was ist nach dem picknick angesagt?
ja, genau: ein handpresso-espresso!

gegen ende unserer kleinen wanderung zeigt layana, dass es nun genug für sie ist.
sie hat sich den sherpa wirklich verdient! bravo, kleine madam!
(auf instagram gibt es übrigens noch ein kleines video und ein bild vom heutigen ausflug)

wieder daheim flätzen wir noch ein wenig rum
und schon bald verschwindet die sonne hinter den bergen

hab ich euch eigentlich schon mal erzählt, dass herr mo berühmt ist für seine pommes? es gibt sogar leute (zum beispiel ich), die behaupten, es seien die weltbesten.
darum habe ich auch gar nichts dagegen, dass es nun schon zum dritten mal innert drei wochen pommes gibt!

lust auf weitere 12/12er bilder? bei caro sind sie auch diesen monat alle versammelt!


herzlich,

mo




Freitag, 4. Mai 2018

blind

bisher habe ich unsere hündin hier madam l. genannt. im echten leben hat sie einen viel, viel schöneren namen. sie heisst layana und so werde ich sie ab jetzt auch hier nennen. und wenn ich gerade dabei bin, etwas persönlicher zu werden; der mössio e. heisst richtig emil.

heute ist es genau zwei wochen her, dass layana angefahren worden ist und ihre augen verloren hat. sie musste zwei operationen über sich ergehen lassen, ein trommelfell ist geplatzt und ich denke, dass auch der facialisnerv was abbekommen hat. sie scheint aber gut zu hören und auch das fressen klappt ohne schwierigkeiten. nur manchmal sabbert sie ein klein wenig. auch schmerzen scheint sie keine zu haben.

ich bin ja nicht gläubig, aber wenn ich an wunder glauben würde, dann wäre das, was in den vergangenen zwei wochen passiert ist eines. oder zwei. das erste ist, dass sie den grässlichen unfall ohne weitere verletzungen überlebt hat. das zweite, wie schnell und gut sie sich in ihrem neuen leben ohne augenlicht zurecht findet.

nach zwei nächten in der tierklinik, wo sie, allein in einem käfig, den raum mit einer randalierenden artgenossin teilen musste, brauchte sie anfänglich ganz viel sicherheit und jede menge streicheleinheiten. wenn einer von 'ihrem rudel' fehlte, wirkte sie unruhiger und verstörter.

die operation zur entfernung des zweiten auges am mittwoch vor einer woche war für mich irgendwie der beginn des heilungsprozesses, der beginn des neuen lebens als blinder hund für layana und für uns eines lebens mit einem blinden hund.

layana war ja schon immer ein energiebündel und manchmal ein kleiner sturschädel. und nun macht sie uns menschen gerade vor, wie 'man' mit einem schicksalsschlag umgehen kann. indem man sein schicksal in die eigenen pfoten nimmt.
etwas hilfe von ihren zweibeinern nimmt sie wohl oder übel an. mit ihrem temperament donnert sie aber trotzdem gelegentlich gegen ein hindernis. sich kurz schütteln und weiter geht's!


im haus findet sie sich schon wieder prima zurecht. hüpft wieder aufs sofa rauf und runter, findet den futternapf und ihr spielzeug und spaziert ohne ängste zwischen tisch- und stuhlbeinen hindurch. sie orientiert sich mit geruchs-, tastsinn und gehör.

damit auch wir zweibeiner besser und sicherer mit der neuen situation umzugehen lernen, gehen wir morgen nach jahren wieder zum hundetrainer.

emil musste sich auch erst daran gewöhnen, dass layana ihn nicht sieht, seine körpersprache nicht mehr lesen kann und manchmal einfach in ihn hinein läuft. er hat ihr dann mit knurren zu verstehen gegeben, wo seine grenzen sind. aber er schätzt es natürlich, dass nun auch für ihn mehr streicheleinheiten und gutzelis abfallen. die zweibeiner im rudel wollen ja keinen der kleinen vernachlässigen!

der unfallfahrer konnte mittlerweile ermittelt werden. er sagt, er habe vom unfall nichts bemerkt, sonst hätte er natürlich angehalten. es erschreckt mich schon ziemlich, wie unaufmerksam der offensichtlich durch die gegend fährt! nichts gespürt, nichts gehört, nichts gesehen! aber so einen riesengöppel fahren!
noch nicht mal angerufen hat der! keine erklärung, keine nachfrage, wie es layana geht...
aber eigentlich mag ich mich gar nicht über den mann ärgern. ich bin einfach froh, dass die kleine noch bei uns.

herzlich,

mo





Montag, 30. April 2018

12tel blick april 18

die letzten anderthalb wochen waren wir hier alle etwas im ausnahmezustand. doch so langsam normalisiert sich unser alltag wieder. einfach etwas anders anders als davor.
unsere kleine terrieristin hat sich schon erfreulich gut vom unfall und den zwei operationen erholt und beginnt nun langsam, sich ohne augenlicht zurechtzufinden. in den nächsten tagen komme ich hoffentlich mal dazu, etwas mehr zu berichten.

heute nachmittag waren wir am see und ich habe es auf den letzten drücker doch noch geschafft, ein bild für den 12tel-blick zu knipsen.


so dunkel, wie es jetzt den anschein macht, war es eigentlich gar nicht. das wetter ist gerade ziemlich wechselhaft. der föhn bringt immer wieder wolken und etwas regen aus richtung süden. darum war dann auch die sonne beim fotografieren gerade abwesend.
aber man sieht auch so, dass seit dem märzbild alles grüner geworden ist, die erle hat die ersten blätter und der schnee auf den bergen ist weniger geworden.
der frühling hat hier ja in einem tempo einzug gehalten, dass man hätte meinen können, es wolle dem sommer konkurrenz machen.

lust auf die anderen 12tel-blicke? seit diesem monat sind sie alle bei eva versammelt.

 
herzlich,

mo


Montag, 23. April 2018

wieder daheim

wir sind so happy! durften wir doch unsere kleine madam bereits gestern wieder mit nach hause nehmen.
es geht ihr erstaunlich gut! wenn man bedenkt, was für einen schlag sie auf den kopf bekommen haben muss, ist das schon fast ein kleines wunder.
ganz mutig machte sie ihre ersten schritte in haus und garten.


das blaue ist übrigens kein superwoman-umhang sondern der kragen, der sie vom kratzen an den wunden abhalten soll!
ein unmögliches teil! wenn der kragen korrekt angezogen ist, stolpert sie immer darüber und kann kaum laufen. wenn er aber, wie hier so adrett hochgeklämmerlet wird, kommt sie an die wunden. aber irgendwann werden die auch verheilt sein und nicht mehr so jucken. und irgendwann wird die kleine merken, dass sie nicht wieder sehen wird und es nichts nützt wenn sie versucht, die augen frei zu kratzen.
sie macht das wirklich alles so super! aber es ist nicht einfach für sie! manchmal sitzt sie einfach nur verängstigt und verstört da und winselt ganz leise. oder sie erschrickt sich, stösst sich dabei irgendwo und wird ganz panisch.
es bricht einem das herz!
ich habe mich beschämt dabei ertappt, wie ich ihre schönen augen beweint habe. als ob es ihr darauf ankäme, dass ihre augen schön waren! wichtig ist doch jetzt, sie in ihrer neuen, beängstigenden situation bestmöglich zu unterstützen und sie zu befähigen wieder ein möglichst unbeschwehrtes hundeleben zu führen.


herzlich,

mo

Samstag, 21. April 2018

alles wird gut!

danke für eure lieben worte hier und auf instagram! es tut so gut, zu spüren, dass viele liebe menschen an uns und unsere madam l. denken und uns gute wünsche schicken.

die kleine ist wieder aufgewacht, sie ist stabil und es sieht so aus, als hätte sie kein schwerwiegendes Schädelhirntrauma. sie hat uns sofort erkannt und sich gefreut (, uns zu sehen hätte ich jetzt fast gesagt... schluck...). welch ein glück! vollständige entwarnung wollte uns die ärztin verständlicherweise noch nicht geben. aber wir sind zuversichtlich.


mit der blindheit werden wir alle umzugehen lernen. davon bin ich überzeugt! wir werden alles daran setzen, dass die madam l. auch ohne augen eine hohe lebensqualität hat und weiterhin so ein fröhlicher hund sein kann.
heute sind wir mit dem mössiö e. bei unserem ehemaligen hundetrainer vorbeispaziert. unsere hoffnung, ihn anzutreffen hat sich erfüllt und thisi konnte uns bereits ein paar gute tipps geben, welche bei der umgewöhnung hilfreich sein werden.
nun muss unser schätzchen noch bis am montag zur überwachung beim tierarzt bleiben. dort muss sie mit einem sehr unruhigen, winselnden artgenossen in einem raum sein. das gefällt uns gar nicht, und wir verzweifeln fast beim gedanken, sie dort so allein zu wissen. aber es geht leider nicht anders.
wir halten uns an der hoffnung fest, dass alles wieder gut wird!


herzlich und erleichtert,

mo


dunkel ist diese nacht

ich kann nicht schlafen, herr mo kann es genau so wenig. er meint, ich solle doch schreiben, vielleicht helfe mir das...

der gestrige tag hat so schön angefangen und so tragisch geendet. wir bangen um unser hundemädchen! sie wird nie wieder sehen können und es ist nicht sicher, ob sie überhaupt überlebt.

wir wollten krokusse fotografieren gehen. das auto haben wir auf halber strecke stehen gelassen und sind mit den hunden die bergstrasse hochgelaufen.
was hat sich die kleine gefreut! sich im schnee gewälzt und in der krokuswiese.

wir haben sie ein wenig frei laufen lassen, die schleppleine blieb aber dran. so dachten wir, dass wir die kleine jederzeit wieder im griff hätten. sie ist zwar sehr folgsam, aber man weiss ja nie!

ein einziges auto kam! ich erwischte die leine nicht mehr. das mädchen rannte aufgeregt bellend dem auto hinterher, neben her und plötzlich war sie vor dem auto. der fahrer machte keine anstalten anzuhalten! noch nicht mal als er den kleinen hund erfasste und dieser laut jaulte. einfach weitergefahren ist der!!! herr mo ist ihm hinterher gerannt, wollte ihn aufhalten. der fährt einfach einfach weiter! was gibt es nur für menschen!!!

herr mo hat das auto geholt und wir sind mit dem am kopf schwer verletzten hündchen so schnell als möglich in die tierklinik. zum glück haben wir eine solche seit kurzem im kanton uri. aber für die augen war es da schon zu spät. wie schlimm das schädelhirntrauma ist, wird sich erst noch zeigen.

nun haben wir die nacht daheim durchwacht, uns vorwürfe gemacht, den fahrer verflucht, geweint, gehofft.

nie wieder wird sie uns mit ihren schönen braunen augen so treuherzig und frech anschauen


aber wir hoffen weiter! darauf, dass sie dieses einmalige kleine wesen mit dem riesengrossen, liebevollen herz noch eine weile bei uns bleiben darf, dass sie auch ohne augenlicht wieder so fröhlich und lebhaft sein kann.
und wir wissen, dass es, wie es auch kommt, richtig sein wird...

 
traurig und geschockt,

mo