Mittwoch, 21. September 2016

moorseeli

noch eine wanderung gefällig? aber ich warne euch: es gibt nun wieder eine bilderflut?

ich bin ja in bescheidenen verhältnissen als bergbauerntochter aufgewachsen. in den schulferien wegfahren? unvorstellbar! ich hielt lange zeit die eltern der schulkolleginnen welche jeden sommer nach tenero zum zelten fuhren für krösusse.
aber einmal im jahr machten unsere eltern eine zweitägige wanderung mit uns. immer die gleiche: an das allerschönste seelein der welt! und obwohl meine welt mittlerweile um einiges grösser geworden ist und sich vieles relativiert hat; dieses seelein ist in meinem herzen immer noch an erster stelle!

nachdem ich nun schon ein paar jahre nicht mehr dort war, haben herr mo und ich uns in den ferien aufgemacht, es wieder einmal zu besuchen.

der erste teil ist locker: mit dem auto ins erstfeldertal.
in den bodenbergen ist die strasse fertig, die wanderschuhe werden montiert und dann geht es langsam hoch gegen chüeplangg. dachte ich...
war das früher wirklich auch schon so steil???


du liebe güte! meine kondition! dabei laufen wir sogar im schatten!


schritt um schritt erreiche ich dann keuchend die alp chüeplangg. dort haben wir früher mit den eltern im heustock übernachtet. ich erinnere mich noch, dass uns die hochbetagte mutter des älplers am feuer gruselgeschichten erzählt hat. vom adler, der kleine kinder geholt habe und vom wolf... dem erholsamen schlaf war das nicht eben zuträglich...
heute machen wir die wanderung an einem tag. auf chüeplangg gibt es keine kühe mehr. statt dessen unzählige ziegen. viel zu viele, finde ich! die kleine alp wird völlig übernutzt. es ist nicht mehr wie früher...

immer noch der selbe wie früher ist jedoch der fulenfall.

tosend und spritzend fällt er gegen chüeplangg hinunter.

auch nicht mehr wie früher ist der blick gegen schlossberg und spannort. der gletscher ist in den letzten jahren massiv zurückgegangen.


imposant bleibt die bergwelt trotzdem.

schnaufff! nur noch ein paar schritte!

dann sind wir im paradies am ziel

ganz plötzlich steht man vor einer wunderschönen flachmoorlandschaft


mit vielen tümpelchen,


seelein


und mittendrin das herzstück, der fulensee


ich hatte schon erwartet, die halbe verwandtschaft hier anzutreffen. aber  wir waren fast allein (ok, es war ja auch mitten in der woche und die ferienzeit vorbei). einzig zwei junge männer genossen ebenfalls diese idylle.


würden wir noch eine halbe stunde weiterwandern, kämen wir zur kröntenhütte. auch dort oben hat es einen wunderschönen see und eine übernachtung lohnt sich!

wir aber bleiben noch eine weile hier, in diesem kleinen stück unberührter natur,


schauen den zwei bergwanderern zu,


welche zur älplilücke unterwegs sind.


ja, ja, auch hier haben uns die eltern als kinder einmal raufgeschleppt! aso, schleppen musste man glaubs nur mich, die geschwister waren ja sowas wie berggeissen... diese wanderung ist in die familiengeschichte eingegangen... und mir wird heute noch vom blossen zuschauen schwindlig...

da tunke ich doch lieber die füsse in den fulensee


man könnte natürlich auch schwimmen, der fulensee erreicht im sommer badewannentemperaturen.


sehr kalt dagegen ist der fulbach.


er wird vom obersee bei der kröntenhütte gespeist.
da hinauf könnten wir auch mal wieder! aber zuerst sollte ich vielleicht etwas an meiner kondition arbeiten...

nach ein paar schönen stunden wandern wir den selben weg zurück. (eine variante wäre der geisspfad da müssten wir aber zuerst nochmals eine weile hochsteigen und er ist steiniger und steiler)


vorbei am wasserfall und entlang dem tosenden alpbach


geht es dann wesentlich ringer einfacher talwärts.


 herzlich,

mo




Kommentare:

  1. ...das sieht schon nach einem anstrengenden Aufstieg aus, aber er lohnt sich für diese Wiese mit See...wundervoll,

    liebe Grüße Birgitt

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    1. es waren dann doch immerhin 700 höhenmeter (in meiner erinnerung fühlte es sich an wie 400-500...) die wiese ist in wirklichkeit ein moor, es ist alles sumpfig dort. sonst würde bestimmt schon längst kühe dort weiden.

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